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Projekt „Nachhaltigkeit und Globalisierung“

Zwischen Mai 2011 und März 2012 wurden im Österreichischen Austauschdienst (OeAD-GmbH) mehrere Veranstaltungen zum Themengebiet „Nachhaltigkeit und Globalisierung“ durchgeführt. Die Veranstaltungsreihe wurde durch den Lehrgang „Global denken, global handeln“ initiiert und zusammen mit den Betriebsratskörperschaften im OeAD umgesetzt.

Der erste Vortrag von Günther Jedliczka, Geschäftsführer der OeAD-Wohnraumverwaltungs-GmbH, mit dem Titel „Passivhäuser und globale Energieprobleme“ zeigte globale Zusammenhänge im Bereich Energie sowie Möglichkeiten von Passivhausbauten und ressourcenschonendem Handeln im Alltag auf.

Anhand von Beispielen veranschaulichte Jedliczka die Verknüpfung von Klimawandel, Verschuldung, mangelnder Gleichberechtigung, Überbevölkerung, Krieg, Wachstum, Einkommensschere, Arbeitslosigkeit, Politik, Armut und Hunger. Mit Daten zur Nutzung von Ressourcen wie Erdöl/-gas und jenen zur globalen Erwärmung zeigte er auf, wie drastisch beides v. a. in den letzten hundert Jahren angestiegen ist.

Die Beschäftigung mit Nachhaltigkeit brachte Jedliczka zur Passivhausbauweise, die er als Leiter der OeAD-Wohnraumverwaltungs-GmbH erfolgreich umsetzt. Die Häuser der OeAD-Wohnraumverwaltung waren die ersten Studierendenheime in Passivbauweise. Insgesamt liegt Österreich mit dieser alternativen Bauweise gemeinsam mit Deutschland international an der Spitze.

Andreas Obrecht, Leiter der Kommission für Entwicklungsfragen (KEF) im OeAD, ging in seinem Vortrag mit dem Titel „Armut im globalen Kontext“ zunächst auf seine persönlichen Erfahrungen bei seinen Forschungstätigkeiten im Südpazifik, im subsaharischen Afrika und in Südostasien ein. Er stellte fest, dass die Wirtschaftskrise zu einer Veränderung der Welt beigetragen hat. Beispielsweise ist die Weltwirtschaft erstmals seit Ende des Zweiten Weltkrieges geschrumpft. Zentrale Problemfelder stellen die Grenzen des Wachstums in Hinblick auf natürliche Ressourcen und die Ungleichverteilung (von Reichtum, Sicherheit) dar.

Nach der Erklärung von Armutsindikatoren ging Obrecht auf die Situation im subsaharischen Afrika, das von der Krise besonders stark betroffen ist, und auf die Auswirkungen der Krise auf die am wenigsten entwickelten Länder (derzeit leben etwa 1,5 Mrd. Menschen oder 21 Prozent der Weltbevölkerung mit weniger als 1 Euro pro Tag) ein. Die zentrale Herausforderung sei, nachhaltige Formen der Bewirtschaftung zu realisieren, um das Überleben der Menschheit zu gewährleisten. Die Eliminierung extremer Armut und der Ungleichverteilung sind dafür Voraussetzung!

Hubert Dürrstein, Geschäftsführer der OeAD-GmbH, begann seinen Vortrag mit dem Titel „Nachhaltigkeit im Alltag“ mit den Ergebnissen einer Studie nach der lediglich ein Viertel der Befragten mit dem Begriff Nachhaltigkeit Inhalte verbinden können. Das Thema ist für 36 Prozent relevant, 6 Prozent der Befragten geht das Thema allerdings bereits auf die Nerven.

Dürrstein spricht den Ursprung des Begriffes Nachhaltigkeit bzw. erste Konzepte im Bereich der Forstwirtschaft an. Zu Beginn der 1980er Jahre taucht erstmals der Begriff „CSR“ (Corporate Social Responsibility) auf, der zunehmend in der Wirtschaftswelt Fuß fasst.  Ein grundlegendes Prinzip dabei, anstatt eines reinen Shareholdervalue-Ansatzes stärker dem Dreisäulenmodell der Nachhaltigkeit zu folgen und vermehrt ökologische und soziale Parameter zu beachten.

Als Schwächen der CSR-Idee nennt Dürrstein zum einen die Freiwilligkeit dieses Ansatzes und zum anderen das immer wieder feststellbare „greenwashing“, das primär dazu dient, Nachhaltigkeit für Werbezwecke zu verwenden, um beispielsweise Produkte oder Events mit einen Touch der Nachhaltigkeit und einem ökologischen wie sozialen Werteanspruch zu versehen, ohne dass diese bereits den kolportierten Ansprüchen genügen. Trotzdem sieht Dürrstein für die Zukunft ganz gute Chancen, für das Thema Nachhaltigkeit weiter zu sensibilisieren. Topunternehmen präsentieren zunehmend jährliche Nachhaltigkeitsberichte, aber es sind in Österreich immer noch rund 80% der Betriebe, die sich noch nicht in dieser Form präsentieren. Wie auch der internationale Vergleich deutlich macht, ist Aufklärungs- und Handlungsbedarf angezeigt.

Der Betriebsausflug im Jahr 2011 fand ebenfalls im Zeichen der Initiative „Nachhaltigkeit und Globalisierung“ statt. Der Betriebsausflug führte die Belegschaft unter anderem zu Arche Noah nach Schiltern. Die Initiative Arche Noah, die in der Nähe des Schlosses Schiltern angesiedelt ist, versucht seit zwei Jahrzehnten Wissen um alte Kulturpflanzen zu erhalten. Im Schaugarten ist zu sehen, wie alte Kulturpflanzen genutzt und die Vielfalt an Pflanzen erhalten werden kann. Die biblische Arche Noah rettete bedrohte Tiere – die Arche Noah in Schiltern hat sich der Rettung der Flora verschrieben. Der Schaugarten wird jedes Jahr mit hunderten Gemüsesorten bebaut, teils zu Schauzwecken, teils zur Vermehrung und Erhaltung der Sortenvielfalt, die viele Raritäten beinhaltet.

Im Oktober 2011 wurde die Wanderausstellung „Global arbeiten, global handeln!“ im OeAD-Haus gezeigt. Pia Lichtblau von „Weltumspannend arbeiten“ des ÖGB hat die Ausstellung mit Ausführungen zum Konzept „Menschenwürde Arbeit“, zum Projekt „Menschenwürdige Arbeit für menschenwürdiges Leben“ und zur Wanderausstellung, die im Rahmen des Projektes erarbeitet wurde, eröffnet.

Das Konzept „Menschenwürdige Arbeit“ (engl. „decent work“) beruht auf einer Erkenntnis, die Gewerkschaften schon seit langem vertreten: Menschenwürdige und produktive Arbeit für Frauen und Männer, in Freiheit, Gleichheit, Sicherheit und Würde ist der Schlüssel zu Armutsbekämpfung und gesellschaftlichem Wohlstand.

Das Projekt „Menschenwürdige Arbeit für menschenwürdiges Leben“ beschäftigt sich damit, dass multinationale Konzerne, aber immer mehr auch kleinere Unternehmen, Produktion und Dienstleistungen auslagern, immer stärker in Billiglohnländer in Asien, Afrika, Lateinamerika oder Osteuropa. Um Unternehmen anzulocken unterbieten sich Staaten gegenseitig.

Die Wanderausstellung „Global arbeiten, global handeln!“ porträtiert arbeitende Menschen aus verschiedenen Ländern und Branchen und setzt ihre Arbeitswelten in Beziehung. Beispiele zeigen, wie sich Arbeitnehmende global vernetzen und gegenseitig stärken können.

Außerdem vermittelt die Ausstellung Informationen über die Möglichkeiten, wie Arbeitnehmende gemeinsam mit Gewerkschaften, Mitgliedern von Betriebsräten und NGOs auf der ganzen Welt globale Strukturen verändern können, welche Handlungsmöglichkeiten Mitglieder von Betriebsräten und Gewerkschaften haben und wie dadurch alle profitieren.

Stefan Hörtenhuber vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) ging in seinem Vortrag zum Thema „Nachhaltigkeitsbewertung – CO2-Fußabdruck von Lebensmitteln“ auf die Bewertung von Treibhausgasemissionen und den Beitrag dieser Emissionen auf den Klimawandel sowie auf die Konsumenteninteressen ein. Konsumenten sind über Klimaänderungen besorgt und motiviert, etwas für den Klimaschutz zu tun. Leider fehlen häufig Informationen und Empfehlungen, was dann zu mehr Verwirrung als Orientierung führen kann. Fast zwei Drittel der Konsumenten seien einer Umfrage zufolge bereit, mehr Geld für klimaschonende Lebensmittel auszugeben.

In Bezug auf internationale CO2-Labels stellte Hörtenhuber fest, dass es sehr viele unterschiedliche Kennzeichnungen und Kategorisierungen gibt, die aufgrund verschiedener Erhebungsmethoden kaum vergleichbar sind. Viel Raum wurde den Ausführungen zur CO2-Bilanzierung gewidmet, die eigentlich richtiger Weise CO2-Äquivalentebilanzierung heißen müsste. Denn neben CO2 sind vor allem Lachgas (N2O) und Methan (CH4) relevante Gase, die zum Klimawandel beitragen.

Als wesentliche Emissionsquellen wurden Beispiele für die Vorleistungen für die Landwirtschaft, die landwirtschaftliche Produktion selbst sowie der Transport, die Lebensmittelverarbeitung und -verpackung genannt. Die Ergebnisse der Studien zeigen, dass Bioprodukte eine nach wissenschaftlicher Bewertung bessere CO2-Bilanz aufweisen als vergleichbare, konventionelle Produkte. So sind die CO2-Bilanzen bei Milchprodukten um 10 bis 21 Prozent, bei Weizenbrot um 25 Prozent und bei Gemüse um 10 bis 35 Prozent besser.

Hinsichtlich der Vor- und Nachteile der CO2-Äquivalente-Bewertung stellte der Vortragende fest, dass die Streubreite der CO2-Werte groß sei, es noch keine Standardisierung bei wichtigen Stellgrößen gebe und Umweltfaktoren wie der Wasserverbrauch nicht erfasst würden. Die Vorteile sieht er unter anderem in der Sensibilisierung der Kunden und den Erfolgen bei betriebsinternen Optimierungsstrategien.

Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe bot sich die Ausstellung „Das Bild der Anderen. Irrwege des Betrachtens“ an. Die Ausstellung ist das Ergebnis eines Forschungsseminars unter der Leitung von Walter Schicho am Institut für Internationale Entwicklung der Universität Wien. Die Ausstellung wurde mit einleitenden Worten von Walter Schicho und Stefan Ossmann eröffnet und von Februar bis März 2012 im OeAD-Haus gezeigt.

Die Ausstellung kam zustande als Horizont3000 im Jahr 2009 in ein neues Bürogebäude übersiedelte. Zahlreiche Bilder über Entwicklungszusammenarbeit mussten archiviert und geordnet werden. Teile der Bilder übernahm eine Projektgruppe der Internationalen Entwicklung, die sich im Sommersemester 2010 mit dem Bildmaterial auseinandersetzte. 14 Bilder wurden ausgewählt. Die Projektgruppe interessierte, was Menschen aus Österreich über diese Bilder denken und sagen und wer in ihren Augen dargestellt wird und auch, welche Klischees, Rassismen, Vorurteile und Werthaltungen beim Betrachten reproduziert werden. Menschen unterschiedlichen Alters wurden befragt. Die Aussagen und die dabei verwendeten Begriffe werden in Begriffswolken auf den 14 Bildtafeln anschaulich dargestellt.

 

Bewusstseinsbildung zum Thema Globalisierung

Von Christine Pertele (GPF)
Zielsetzung: Das Bewusstsein für globales Denken schärfen und dadurch zum globalen Handeln anregen. Erkennen ob und wann wir durch die Globalisierung selbst gefährdet sind oder durch unser Verhalten zur Gefahr werden, aber auch die Chancen verstehen und nützen, welche uns die Globalisierung bietet.

Zielgruppe: Mitglieder der Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten (GPF). Alle Menschen, welche sich ihrer globalen Verantwortung bewusst sind, aber auch die Vorteile der Globalisierung gebrauchen wollen, um weltweit mehr Chancengerechtigkeit zu schaffen.

Methode: Regelmäßige Beiträge zu Globalisierungsthemen in Newsletters an GPF-Mitglieder, Artikel in der GPF-Compact, Referate über Globalisierung vor GewerkschaftsfunktionärInnen und BetriebsrätInnen.

Themen: Was bedeutet Globalisierung für jede(n) von uns? Wann hat sie begonnen? Ist Wachstum die Lösung oder kann Konsumverzicht manchmal besser sein? Können wir uns der globalisierten Welt überhaupt entziehen? Diese Frage beantwortet Martin Luther King ganz klar: „Noch bevor du dein Frühstück aufgegessen hast, warst du schon auf die halbe Welt angewiesen.“

 

Wie global ist mein Unternehmen? Wo ist es mit Produkten oder Tochterfirmen präsent? In welcher Form wirkt sich diese Präsenz aus? Woher kommen die nötigen Ressourcen? Trägt mein Unternehmen in anderen Ländern zur Wertschöpfung und zum Wohlstand der Bevölkerung bei? Oder beutet es ArbeitnehmerInnen aus und verschmutzt die Umwelt? Welche Wertschöpfungskette steht hinter dem Endprodukt? Gibt es verbindliche Codes of Conduct für Zulieferer? Wie wird deren Einhaltung überwacht? Diese und viele weitere Fragen sollten vor allem GewerkschafterInnen, BetriebsrätInnen, aber auch alle anderen MitarbeiterInnen ihrem Management stellen. Ein Blick auf die Homepages von NGOs wie „Südwind“ oder „weltumspannend arbeiten“ hilft die Problemstellungen zu erkennen.

 

Was sind Menschenrechte? Wo sind diese festgelegt? Von welchen internationalen Konzernen und in welchen Ländern werden sie immer noch missachtet? Welchen Gütesiegeln kann ich vertrauen? Die acht Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sind in allen wichtigen Menschenrechtsabkommen verankert. Dennoch werden sie auch von bedeutenden europäischen Unternehmen missachtet. Die Preise mancher alltäglicher Konsumgüter wie Kaffee werden durch Kinderarbeit niedrig gehalten. Setzen sich GewerkschafterInnen und Mitglieder von NGOs für diese Kinder ein, werden sie verhaftet oder mit dem Tod bedroht. Nur wenige Gütesiegel, wie „Fair Trade“ garantieren, dass Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Umweltschutzbestimmungen tatsächlich eingehalten werden, indem diese durch eine Zertifizierungsstelle laufen überwacht werden.

 

Findet der Klimawandel wirklich statt? Wer sind die HauptverursacherInnne? Gibt es Klimagerechtigkeit oder nur rücksichtlose GewinnerInnen auf der einen und hilflose VerliererInnen auf der anderen Seite? Zehn Prozent der Weltbevölkerung verursacht 50 Prozent der CO2-Emissionen. Wir gehören dazu! Der Klimawandel ist eine direkte Folge von Mobilität und Güterkonsum. Scheinmaßnahmen wie die Einführung von Biosprit verschärfen die Probleme, anstatt sie zu lösen. Die Industrieländer versuchen Strafzahlungen für den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern, ohne die wahre Ursache zu bekämpfen, während die einheimische Bevölkerung in Mais anbauenden Ländern hungert.

 

Ermöglicht die Globalisierung weltweite Krisen? Die Finanzkrise – ausgelöst durch entgrenzte Finanzmärkte mit pervertierten Finanzprodukten – beantwortet diese Frage. Der von skrupellosen Bankern und Spekulanten künstlich angeheizte amerikanische Immobilienmarkt führte nach seinem Zusammenbruch unmittelbar zur weltweiten Finanzkrise. Banken- und Wirtschaftsrettungspakete trugen ebenso wie Steuerverweigerer in großem Stil ihren Anteil zur allgemein steigenden Staatsverschuldung bei. Zu deren Folgen gehören nicht nur Sparpakete, welche in allen Staaten vor allem die ArbeitnehmerInnen und PensionistInnen treffen, sondern auch der Absturz von Ländern wie Griechenland oder Spanien in Armut und Chaos! – Was können wir dagegen tun?

 

Die Globalisierung bietet den ArbeitnehmerInnen die Chance sich zu wehren. Wenn wir ein Bewusstsein für globale Zusammenhänge und internationale Verflechtungen entwickeln, sind wir nicht mehr der permanenten Gehirnwäsche neoliberaler Akteure ausgeliefert. Global verfügbare, moderne Medien wie Internet oder Mobiltelefonie bieten uns die Chance auf Informationen aus aller Welt und über alle Bereiche nahezu zum Nulltarif. Wir ArbeitnehmerInnen können uns global vernetzen, weltweite Protestaktionen starten und Druck auf PolitikerInnen ausüben. Organisationen wie Attac oder das World Social Forum unterstützen uns dabei. Auslandsaufenthalte helfen uns, die Probleme anderer Kulturen zu zu verstehen und auch selbst verstanden zu werden. Verantwortungsvoller Konsum und das Ziel der Nachhaltigkeit im Umgang mit Ressourcen führen zu einer gerechteren Welt. Intenationale Solidarität aller ArbeitnehmerInnen ist das Gebot der Stunde. Die Globalisierung gibt uns diese Chance!

Umfrage zu Globalisierung auf der 23. KGZE

Wir, Gerhard Schnugg und Alexandra Magnes, haben eine Umfrage über Globalisierung bei der 23. KGZE (Konferenz gewerkschaftlicher Zusammenarbeit in Europa) gestartet, um Gemeinsamkeiten bei den elf teilnehmenden Ländern zu finden.
Dabei haben wir folgende Fragen gestellt:
> Wo bemerkt man Globalisierung im eigenen Land?
> Bemerken Sie Globalisierung an Ihrem Arbeitsplatz?
> Was wünscht man sich von der Gewerkschaft im eigenen Land in Bezug auf Globalisierung?
> Warum nehmen Sie an der KGZE teil?
> Sind solche Konferenzen (wie die KGZE) hilfreich für Ihre Arbeit?
Die häufigsten Antworten, die sich zum Großteil überschnitten haben, waren: Globalisierung ist in allen Lebensbereichen zu bemerken, speziell aber in  Kultur- und Wirtschaftsbereichen aber auch schon beim täglichen Einkauf. Ausländische Billigwaren überschwemmen die heimischen Märkte.
Positiv wird dabei gesehen: die Toleranz zwischen den Nationen, die Kooperation, die langsame Angleichung der Arbeitsgesetzgebung an internationale Standards, erweiterter Absatzraum für Firmen, Zu- bzw. Abwanderung von Arbeitskräften.
Bedenken gab es allerdings dadurch, dass Globalisierung die eigene Kultur und Identität schwächt und Auswirkungen auf die nationale Wirtschaft hat (Arbeitsbedingungen, Arbeitsmarkt, Arbeitsgesetzgebung, Grundstücksverkauf, Zweitwohnsitze…). Ebenso wurde auf die Abwanderung von Betrieben und auf Lohndumping durch mehr Arbeitskräfte hingewiesen. Da große Projekte meist von ausländischen Unternehmen durchgeführt werden, die Ihre eigenen, oft billigen, Arbeitskräfte mitnehmen. Globalisierung hat Monopole gestärkt und dadurch kleinere Unternehmen zerstört. Sie birgt große Risiken für kleine Staaten. Der Mensch ist nur mehr ein Werkzeug der Produktion.
Jedoch gute Bedingungen für ausländische Investoren, vor allem für multinationale Unternehmen die großes Interesse haben an Telekommunikationsunternehmen, Banken, …… diese Unternehmen sind aber nicht an anderen Produktions- oder Dienstleistungssegmenten interessiert.
Globale Strategien von transnationalen Konzernen werden auf lokaler Ebene ausgeübt. Die Folge davon ist, dass Arbeits- und Sozialstandards der Beschäftigten mehr und mehr abhängig sind, von Entscheidungen, die außerhalb des Landes getroffen werden. Ebenso werden Märkte immer wieder in billigere Länder verlagert. Der Mensch ist zweitranig geworden, wichtiger ist der Profit.
Viele Gewerkschaften arbeiten mit Arbeitnehmern zusammen die schon außerhalb des Landes arbeiten oder arbeiten möchten. Kontakte mit Gewerkschaftsmitgliedern aus multinationalen Unternehmen herzustellen, deren Situation oft sehr schwierig ist, ist oft so gut wie unmöglich. Die tägliche Arbeit der Gewerkschaftssekretäre wird mit einer Unzahl von neuen Themen bereichert aber auch erschwert (Übernahmen, Fusionen, Verlagerung von Produktionsstandorten, massive Entlassungen…..) als Ergebnis der weltweiten Umstrukturierung. Dabei sind Mitgliedschaften in IGB, EBR,… und vor allem gewerkschaftliche Zusammenarbeit und regelmäßige Treffen sehr von Vorteil.
In manchen Ländern ist kaum eine Veränderung zu spüren wenn es um so wichtige Bereiche wie den Kinderschutz geht, dieser wurde zum Großteil auf NGO´s übertragen. Einige wenige Unternehmen haben eigene Kinderbetreuungsplätze eingerichtet.
Was wird von den Gewerkschaften erwartet:
> Gewerkschaften sollten sich der Auswirkungen der Globalisierung auf dem Arbeitsmarkt bewusst sein und in der Lage sein auf die Herausforderungen zu reagieren. Aktionspläne entwickeln, positive Effekte betonen und negative verringern.
> Solidarität auf nationaler und internationaler Ebene wird gefordert.
> Internationale gewerkschaftliche Hilfe für Staaten die sich in einer schwierigeren Phase befinden.
> Aufruf zum Ausbau der gesetzlichen Rahmenbedingungen, Umweltschutz, Stärkung der sozialen Verantwortung von Unternehmen ebenso aber auch die Nationalitätserhaltung.
> Mehr Information über Globalisierung (durch Medien) an alle Arbeitnehmer.
> Zusammenarbeit mit NGO´s im eigenen Land, europaweit und international um Netzwerke zu schaffen und Alternativen zu suchen, um gegen negative Aspekte der Globalisierung, vor allem auf Arbeitsplätze, entgegen zu wirken.
> Trend der „abnehmenden Arbeitsrechte“ stoppen!
> Lösungen der Fragen der Arbeitslosigkeit, bessere Verhandlungsbasis in ausländischen Betrieben und die Anerkennung der Arbeitsrechte des jeweiligen Staates.
> Schutz des eignen Staates vor illegalen Zuwanderern, ebenso deren Schutz vor Ausbeutung und katastrophalen Arbeitsbedingungen und Löhnen.
> Sich für gleichen Stellenwert von Sozial- und Wirtschaftspolitik einsetzen.
> Organisieren der jüngeren Generation!
> Die Angst des Arbeitsplatzverlustes, ebenso mangelndes Interesse machen es oft schwierig größere Kampagnen zu organisieren. Auch dagegen müssen die Gewerkschaften kämpfen.

Warum nehmen ich teil?
> Erfahrungen aus zu tauschen und die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene zu verstärken.
> Aktualität der Themen bei der KGZE können uns bei Fragen im eignen Land helfen.
> Austausch mit anderen TeilnehmerInnen ist sehr wichtig  (wurde von jedem/er TeilnehmerIn erwähnt).
> Horizont der TeilnehmerInnen erweitern und zu sensibilisieren auch auf Probleme in den Gewerkschaften der anderen Länder.
> Erfahrungsaustausch durch Arbeiten mit ähnlichen Problemen und diese zu diskutieren .
> Die Kraft der „europäischen Familie“ zu spüren!
> Einen Blick auf die anderen Situationen werfen und vergleichen.
> VertreterInnen aus anderen Bereichen zu treffen und ihre Standpunkte zu hören.
> Bekanntschaften machen die nützlich und hilfreich sein können für die eigene weiter Arbeit.

Hilfreich für meine Arbeit, da:
> Laufender Überblick über aktuelle Tendenzen und Herausforderungen und Wirklichkeiten der europäischen Arbeitnehmerschaft.
> Informationen!
> Aufarbeitung von Erfahrungen oder bewährter Praktiken und diese dann an Kollegen weitergeben.
> Offene Diskussion zwischen Ost- und Westeuropäischen Ländern, größeres Verständnis zwischen den verschiedenen Akteuren zum sozialen Dialog.
> Erfahrungen von anderen, im eigenen Bereich (z.B. Kinderschutz) sammeln.
> Diese Erfahrungen im Verhandlungen nützen.
> Großes Interesse an Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft…als ReferentInnen.
Es war für uns sehr überraschend, so viele Gemeinsamkeiten zu finden. Ebenso haben wir die Wichtigkeit auch solcher Treffen sehen können, die keine Beschlussfassung haben. Das Wichtigste ist der Austausch und der persönliche Kontakt zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, der auch nach der Konferenz weiter besteht.

 

Lehrgangseindrücke / Josef Hohenberger, Rail Cargo Austria

hohenbergerWenn es diesen Lehrgang nicht gäbe, man müsste ihn erfinden!

Meine Erwartungen an diesem Lehrgang sind bei Weitem übertroffen worden. Ich habe aber auch das (zeitliche) Aufkommen (Themenarbeiten) nicht in dieser Intensität so erwartet … es macht mir aber dennoch großen Spaß, mich mit den einzelnen Themenschwerpunkten zu beschäftigen. Es muss natürlich den hinkünftigen Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmern bewusst sein, dass dieser Lehrgang kein „Spaziergang“ ist. Die Auswahl des Lehrgangsteams, der Referentinnen und Referenten und natürlich auch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer (toller Mix) ist hier bestens gelungen und man kann dazu nur gratulieren.

 

Josef Hohenberger, Konzernvertretung Rail Cargo Austria AG

 

Lehrgangseindrücke / Heribert Haring, ÖGB

haringVorweg finde ich die Idee zu diesem Lehrgang genial und höchst notwendig!

 

Von der Planung über die Themen, ReferentInnen, Durchführung und Unterbringung – „erste Klasse“ – höchsten Respekt, Anerkennung und Wertschätzung an die Lehrgangsverantwortlichen von  weltumspannend arbeiten, Südwind und dem VÖGB, die den Lehrgang ermöglichten!

Auch die Lehrgangsteilnehmerinnen und -Teilnehmer sind sehr kollegial und engagiert bei der Sache. Die Freude und Erwartungshaltung auf das jeweils nächste Modul macht die Teilnahme spannend und interessant.

Gerade in der heutigen entsolidarisierten Zeit, ist es immens wichtig, erstens den eigenen Horizont zu erweitern bzw. das eigene Bewusstsein zu schärfen, um dann selbst im unmittelbaren bzw. mittelbaren Einflussbereich Bewusstsein schaffen zu können. Sehr oft wird man als Weltverbesserer abgestempelt, wenn manThemen wie z.B. Rassismus, Diskriminierung, Klimawandel, Ungerechtigkeiten, Neoliberalismus, Solidarität usw. anspricht. In den jeweiligen Themenbereichen werden Hintergründe, Zusammenhänge, Fakten, Zahlen und Auswirkungen auf uns und unsere Umwelt vermittelt, aber auch Gegenstrategien aufgezeigt. Auch die Erfahrungswerte der anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer finden Eingang, beleben die Diskussion bzw. den eigenen Horizont und regen auch die eigene Sichtweise an.

Dieser Lehrgang mit den aktuellen Themen und jeweiligen fachkundigen ReferentInnen zeigen ganz klar auf, dass alle sogenannten „Weltverbesserer“ und „Weltverbesserinnen“ durchaus auf dem richtigen Weg sind, auch wenn es oftmals nicht einfach ist, in kleineren als auch größeren Diskussionsrunde zu bestehen.

Vielen Dank an all jene die es mir ermöglicht haben, dass ich an diesem informativen Lehrgang teilnehmnen durfte, vor allem meinem Arbeitgeber, dem Österreichischen Gewerkschaftsbund!

 

Heribert Haring ist Regionalsekretär im ÖGB, Region Obersteiermark Mitte.

Lehrgangseindrücke / Yvonne Rychly, vida

rychlyWeiterbildung für internationale Gewerkschaftsarbeit – Frauen immer im Blick!

 

Dieser Lehrgang ist für unsere zukünftige internationale gewerkschaftliche Tätigkeit eine wertvolle Bildungsmaßnahme. Die Themenvielfalt fordert und fördert „das über den Tellerrand  blicken“ und ermöglicht neue Perspektiven zu erlangen. Das abwechselnde Trainieren von Hard- & Softskills, sowie die praktische Übungen vertiefen das Erlernte.
Internationaler persönlicher Austausch von Gedanken und Erfahrungen der GewerkschafterInnen aus anderen Ländern ist ein wichtiger Aspekt.
Persönlich ist mir die Frauenarbeit ein besonderes Anliegen, diese ist im Lehrgang immer gegenwärtig und wird mit anschaulichen Themen den TeilnehmerInnen vermittelt.

 

Yvonne Rychly ist Betriebsratsvorsitzende bei Wiener Wohnen und Wiener Landesfrauenvorsitzende der vida.

Lehrgangseindrücke / Alexandra Magnes, FCG Salzburg

magnesLernen von ExpertInnen, TeilnehmerInnen, internationalen Gästen…

 

Anfangs war ich auch skeptisch ob ich mich zu diesen Lehrgang anmelden soll, da ich mir des Zeitaufwands schon bewusst war. Aber meine Neugier hat gesiegt. Jetzt nach vier Modulen kann ich sagen: Ich habe den Zeitaufwand für diesen Lehrgang weit unterschätzt und meine Neugier darauf wurde mehr als befriedigt.
Warum: Meine Sichtweise zu manchen Themen hat sich verändert, ich wurde durch die verschiedensten internationalen Gäste zum Nachdenken angeregt, bekam höchst professionelle Inputs von den immer fachkundigen Vortragenden, wurde durch die verschieden Themenarbeit aufgefordert, mich mit meinem dienstlichen und privaten Umfeld im globalen Kontext auseinanderzusetzen.
Die Idee, jedem eine Mentorin oder einen Mentor zur Seite zu stellen, ist sehr hilfreich bei den verschiedensten Themenarbeiten sowie bei der Projektarbeit.
Auch bin ich begeistert von der Auswahl der Gruppe, die alle Altersschichten und viele Berufssparten (deshalb auch die verschiedensten Erfahrungen) vertritt und von der ich sehr viel lernen konnte und lernen werde.
Überaus zufrieden bin ich mit dem Lehrgangsteam, das uns nicht nur immer sehr ausgewogene Module zusammenstellt, sondern auch aktiv und interessiert  mitarbeitet, dadurch bekommt man das Gefühl, dass sie diesen Lehrgang nicht nur als ihre Arbeit ansehen,  sondern auch ihr „Herzblut“ daran hängt.

 

Alexandra Magnes ist Mitarbeiterin im FCG-Büro Salzburg.

Lehrgangseindrücke / Wolfgang Seiser, GdG

seiserSicht- und Handlungsweisen haben sich durch den Lehrgang verändert!

 

In meinem bisherigen Leben habe ich sehr viel mit unterschiedlichen Humansystemen gearbeitet. Vor allem in einer Beratungsstelle des Wiener Amtes für Jugend und Familien konnte ich erleben, wie schwierig es oft ist, von seinen kulturellen Erfahrungen und Epistemen sich in andere fremde Kulturen hineinzuversetzen. Aber auch die unterschiedlichen Arbeitsbedingungen verschiedener Berufsgruppen waren für mich als Gewerkschafter immer schon ein interessantes Feld. Mit dem Lehrgang „Global denken, global handeln“ hatte ich nun die Möglichkeit, eine Systemerweiterung meiner Sicht- und Handlungsweisen zu entwickeln.

 

Ich möchte einiges von dem gelernten an Kolleginnen und Kollegen weitergeben und werde daher in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit Werte und Sichtweisen wie ich sie im Lehrgang erfahren konnte, wie z.B. zuletzt das Thema Rassismus durch die beiden Trainer/in von „ZARA“, gerne in Kurzvorträgen in unterschiedliche Gremien in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten weitergeben. Ich kann daher aus meiner persönlichen Erfahrung nur ein Kompliment an das Lehrgangsteam für die Lehrgangsgestaltung weitergeben und eine Teilnahme am nächsten Lehrgang für interessierte Teilnehmer/innen empfehlen.

 

Wolfgang Seiser ist Mitarbeiter der Magistratsabteilung 11 (Kinder, Jugend und Familie) der Stadt Wien.

 

Link:

> ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus Arbeit

Lehrgangseindrücke / Helmut Russ, GPA-djp

russ„Global denken, global handeln“

Mir fällt eine Zeile aus einem Lied von Udo Lindenberg ein – „Hinterm Horizont geht’s weiter, ein neuer Tag; hinterm Horizont immer weiter, zusammen sind wir stark.“

Das passt sehr gut. Denn in einer globalisierten Welt gibt es immer einen „Horizont danach“, gibt es immer etwas, das weiter geht, größer wird, oft auch unbezwingbar erscheint. Das fordert heraus, macht stark, oft auch zornig. Und dass man gemeinsam stärker ist als alleine, ist mit dem Ursprungsgedanken der Gewerkschaftsbewegung gleichauf. Also gilt es, gerade aus dem Zorn über Ungerechtigkeit, Ausbeutung, Neoliberalismus und stupidem Glauben an die Allmacht der Ökonomie die Energie zu gewinnen, die man braucht, um dagegen zu halten, um Alternativen aufzuzeigen und um zu beweisen, dass eine andere Welt möglich ist.

Betriebsrats- und Gewerkschaftsarbeit braucht Blicke über den Tellerrand und über nationale Grenzen hinweg. „Global denken, global handeln“ ist eine Ausbildung, die sowohl Blicke nach draußen als auch diese Horizonterweiterung ermöglicht. Sie macht Mut und gibt insofern Kraft, als man am Ende eines Tages sagen kann . „Ich bin nicht alleine!“

 

Helmut Russ ist Regionalsekretär der GPA-djp in Oberösterreich.

Lehrgangseindrücke / Christine Pertele, GPF

Theorie, Praxis, persönliche Begegnungen – und das alles in toller Atmosphäre!

pertele

Als erstes hat mich die perfekte Vorbereitung und Organisation beeindruckt. Der Inhalt der Module deckt sowohl Theorie und Praxis vieler Themenbereiche im Kontext mit Globalisierung ab. Das Zusammentreffen mit internationalen ArbeitnehmervertreterInnen verhilft zur authentischen Darstellung der Situation in anderen Ländern. Die GastreferentInnen gehören zu den Top-VertreterInnen ihres Fachgebiets. Das Leitungsteam agiert sehr engagiert und professionell. Trotz oder vielleicht gerade wegen des straffen Zeitmanagements ist das Klima im Lehrgang äußerst angenehm. Einen wichtigen Beitrag leistete dazu auch das an mehreren Abenden angebotene Rahmenprogramm. Die durchdachte, in vielerlei Hinsicht heterogene Struktur der TeilnehmerInnen ermöglicht es, nicht nur in der „Arbeitszeit“, sondern darüber hinaus auch in der „Privatzeit“ seinen Horizont zu erweitern und informell andere Sichtweisen, Probleme und Lösungsansätze kennen zu lernen. Das herrliche Panorama rund um das BIFEB, das freundliche Personal und eine sehr gute Küche runden die tolle Atmosphäre des Lehrgangs ab.

 

Christine Pertele, Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten Vorsitzende der Fachgruppe Telekom in Salzburg